Zoom H4 Handy Recorder

Zoom H4 Handy Recorder
Zoom H4 Handy Recorder

Auf der Suche nach einer praktischen Aufnahmemöglichkeit für meine Band(s) habe ich mir alle möglichen Konstellationen angeschaut. Von kompletter Mikrofonierung aller Instrumente über ein Mischpult mit Firewireausgang und Anschluss zu einem Laptop, bis zu kompakten Hard Disc Recording Studios, um dann letztenendes einfach auf ein leichtes, kleines, unkompliziertes und kostengünstiges System zurückzugreifen, dem Handy Recorder H4 von Zoom.

Mit einem Handy Recorder hat man alles in einem kleinem handlichem Gerät und zeichnet dann genau die Livesituation auf, die auch der Zuschauer vor Ort hört. Dabei standen zuerst neben dem Zoom H4 auch noch der M-Audio MicroTrack 24/96 Pocket Digital Recorder und der Edirol R-09 Pocket Digital Recorder zur Auswahl an. Angesichts des Preises, Lieferumfanges und der gebotenen Möglichkeiten, ging der Zoom H4 eindeutig als Sieger aus diesem Vergleich hervor.

Der Zoom H4 hat als Extra das Musikaufnahmeprogramm Cubase LE dabei und wird komplett mit Netzadapter, einer Stofftasche für das Gerät, einem Popschutz für die Mikrofone, einer 512 MB SD-Karte, Batterien, einer Stativhalterung und einem passendem USB-Kabel ausgeliefert. Den Lieferumfang kann man hier durchaus als großzügig und praxisgerecht bezeichnen. Mit der darin enthaltenen SD-Karte, USB-Kabel, Batterien und dem Musikprogramm Cubase LE kann man sofort loslegen und die Aufnahmen am heimischen PC bearbeiten. So etwas ist heutzutage leider nicht immer gegeben.

Wenn ich hier von PC rede, dann sind damit Windows Rechner, Apple Rechner mit Mac OS (auch Leopard) und Linux-Rechner (getestet mit Ubuntu Gutsy) gemeint, so dass man hier den Zoom H4 als Audiogerät wie z.B. als externes Mikrofon verwenden kann. Dabei lassen sich dann auch die zahlreichen internen Effekte nutzen. Sogar bei Linux-Rechnern (wie oben erwähnt klappte dies bei Ubuntu Gutsy) kann man ohne Treiber auf diese spezielle Audio-Funktionen zurückgreifen, aber auch den Zoom H4 , wie unter den Windows und Mac OS PC’s als ganz normales USB-Lesegerät verwenden und somit die aufgezeichneten Aufnahmen auf den Rechner kopieren. USB-Lesegerät ist hierbei wörtlich zu nehmen, denn als solchen kann man ihn wirklich benutzen und dann auch weitere Daten von der SD-Karte über den Zoom H4 auslesen. Dies funktionierte bei mir auch unter Ubuntu-Linux ohne Probleme. Man kann daran schon erkennen, dass der Zoom H4 weitaus mehr ist, als nur eine schnödes Aufnahmegerät.

Das Zoom H4 hat zwei Kondensatormikrofone die so angeordnet sind, dass man damit Stereoaufnahmen machen kann. Die aufgezeichneten Daten lassen sich in unterschiedliche Formate auf die jeweilige SD-Karte speichern. Dies reicht vom der Studiotauglichen 24-bit/96 kHz lineare PCM Aufnahme im WAV Format bis zum kleinen und platzsparendem MP3 Format. Hier kann man neben dem WAV und MP3 Format auch die Sampling- und Bitrate einstellen, so dass man je nach Anwendungsfall, dass richtige Format aussuchen kann. Somit kann man sogar bei Verwendung einer 8GB SDHC-Karte, bis zu 140 Stunden aufnehmen. Das sollte wohl für die längsten Marathonmittschnitte locker ausreichen.

Das Einsetzen und Wechseln der SD-Karte ist ein wenig umständlich, da man dazu die Frontseite dearretieren/öffnen muss, wo sich auch die Batterien befinden. Umständlich daher, weil sobald das Zoom H4 auf einem Stativ montiert ist, man dann nicht einfach den Wechsel vornehmen kann, sondern das Gerät erst von der Halterung entfernen muss um dass Batterie- und SD-Fach öffnen zu können. Ansonsten ist der Zugang aber relativ leicht.

Beim verwenden von SD-Karten im Zoom H4 sollte man unbedingt die vom Hersteller empfohlenen SD- und SDHC-Karten verwenden, da es je nach SD-Karte doch Probleme geben kann. Der Hersteller hat aber dazu eine passende und ausführliche Seite ins Netz gestellt. Auch sollte man schauen, dass je nach verwendeter SD- SDHC-Karte, evtl. ein Update der Betriebssoftware des Zoom H4 notwendig ist. Die Software für den jeweiligen Download, findet man ebenfalls auf der Herstellerseite zum kostenlosem runterladen.

Was den Zoom H4 noch gegenüber seinen Konkurrenten auszeichnet sind die zwei Mikrofoneingänge, welche als musikertaugliche XLR-1/4-inch Stecker ausgelegt sind, so das diese sowohl mit einfachen 1/4-inch Steckern oder wahlweise mit symmetrischen XLR Steckern betrieben werden können. Ebenso kann der Zoom H4 über diese Stecker die vollen 48V Phantomspannung liefern, so dass man hier auch hochwertige Studiokondensatormikrofone für die Aufnahmen verwenden kann.

Bei der Verwendung von Phantomspannung oder bei langen Aufnahmen, sollte man das Zoom H4 jedoch nicht im Baterriemodus betrieben, sondern das Gerät über den mitgelieferten Netzadapter betreiben.

Die mitgeliefert Stativhalterung ermöglicht es, den Zoom H4 fest auf ein gewöhnliches Kamerastativ zu montieren. Somit vermeidet man je nach Aufnahmeart, unerwünschte Handgeräusche und kann das Gerät fest für mehrere Minuten und Stunden in die gewünschte Position bringen und dort für die Aufnahme belassen.

Zusätzlich ermöglicht das Zoom H4, 4-Spuren Aufnahmen zu machen und die einzelnen Spuren mit zahlreichen Effekten zu benutzen. Hierzu gibt es zahlreiche Mikrofon, Gitarren- und Bassverstärkermodelle, Hall- und Delayeffekte usw. wobei ich sagen muss, dass ich mich hiermit nur am Rande beschäftigt habe, da ich für reine Mehrspuraufnahmen und deren Bearbeitung, dann doch andere Systeme bevorzuge. Aber es ist nicht gerade wenig, was man hier mit dem Zoom H4 als Mehrspurgerät und an Effekten mitgeliefert bekommt.

Es ist sogar ein chromatisches Stimmgerät für Gitarre und Bass und ein Metronom eingebaut.

Bei der reinen Aufnahme kann man wahlweise die Quelle einstellen, ob man die internen oder externe Mikrofone verwenden möchte. Bei externen Mikrofonen kann man für beide Eingänge per Wahlschalter an der rechten Seite, separat den Aufnahmepegel grob einstellen. Für die internen Mikrofone wird dies gemeinsam über einen Schalter getan. Diese Schalter ermöglichen drei Einstellungen von L=Low, M=Mid bis zu H=High. Damit kann man grob von sehr leisen Aufnahmen bis hin zur lauten Livekonzert alles regeln. Eine genauere Justierung des Pegels lässt sich dann intern noch selber regeln oder man überlässt es einer Automatik.

Beim sogenanntem Input-Menü kann man ferner einstellen ob eine der vier Mikrofonsimulationen verwendet werden soll. Dies reicht dann vom einfachem Shure SM57 bis zum hochwertigem Kondensatormikrofon AKG Acoustics C 414. Daneben kann man noch Gain, Compressor, Limiter und weitere Effekte dazuschalten. Compressor und Limiter machen bei extrem leisen oder lauten Aufnahmen Sinn und erleichtern einem das aufnehmen von sehr leisen Quellen, wie auch das verhindern von Verzerrungen bei sehr lauten Aufnahmen mit stark schwankendem Lautstärkerpegeln.

Gesteuer wird das Zoom H4 über ein einfaches Regelrad mit Druckpunkt auf der rechten Seite, dem sogenannten Jog-Dial. Dies könnte nun für Linkshänder problematisch werden, fällt aber i.d.R. nicht wirklich negativ auf. Zudem befindet sich auf der Oberseite noch ein Wahlschalter. Dies sind die zwei Grundnavigationselemente. Auf der Vorderseite befindet sich ein kleines LCD-Display, welches alle benötigten Informationen klar und übersichtlich darstellt. Daneben auf der linken Seite findet man noch vier LED-beleuchtete Knöpfe für eine schnelle Auswahl des Aufnahmeformates und rechts vom Display die große REC-Taste. Zwei weitere LEDs zeigen an in welchem Modus sich das Gerät befindet.

Links vom Gerät befindet sich der An- Aus-Schalter, der USB-Stecker, der Kopfhörereingang und der Lineausgang, so wie der Lautstärkeregler für den Kopfhörereingang.

An der Front sind die beiden Mikrofone angebracht und durch Bügel geschützt. Die Gehäuseoberfläche ist komplett aus Kunststoff und macht eigentlich einen sehr ordentlichen Eindruck, wobei das Gerät an sich viel eher an ein Elektroschocker erinnert, als an ein Aufnahmegerät. Das Zoom H4 wird somit immer schon daher mit mehr Ehrfurcht betrachtet 😉

Dem Zoom H4 liegt natürlich eine genaue Bedienungsanleitung bei, die auf 99 Seiten und komplett in Deutsch, das Gerät ausführlich beschreibt.

Nun zu dem, was die eigentliche Aufgabe dieses Gerätes ist, die Aufnahme. Es ist schon erstaunlich, welche leisen Töne man mit den internen Mikrofonen aufnehmen kann. Wenn man das Gerät für leise Aufnahmen einstellt und den Monitorbetrieb auswählt und diesen per Kopfhörer überwacht, dann wundert man sich schon, was so alles an Geräuschen in einer vornehmlich leisen Wohnung vorhanden sind. Also Empfindlich sind die eingebauten Mikrofone und der verwendete Vorverstärker ohne Ende.

Das andere Extrem und mein eigentliches Hauptaugenmerk waren ja Liveaufnahmen. Da sowohl einfache Akkustikgitarrenaufnahmen mit Gesang als auch ein richtig lautes Rockkonzert. Bei derlei Aufnahmen muss man etwas mit dem Abstand und Position experimentieren, so dass man wirklich alles gut auf die Stereo-Aufnahme bekommt. Als nächstes stellt man je nach Bedarf die entsprechende Vorverstärkung und evtl. den benötigten Compressor oder Limiter ein. Auch hier kann es nicht schaden im Vorfeld etwas herumzuexperimentieren. Hat man dann diese technischen Details beachtet, kann man zur Aufnahme übergehen und die kann sich hören lassen.

In meinen Ohren, einiger Musikerkollegen und Freunden, klingen die Aufnahmen sehr authentisch und neutral. Um hier klanglich bessere Ergebnisse zu bekommen muss man schon eine nicht unwesentlich höhere Summe für Mikrofone und evtl. ein komplett andere Aufnahmegerät ausgeben. Also das hier gebotene Preis-/Leistungsverhältnis stimmt über alle Maße. So habe ich mit diesem Gerät schon einige sehr vielversprechende Liveaufnahmen gemacht und bin höchst erfreut über das Ergebnis.

Wie ich aus anderen Berichten weiß, wir das Zoom H4 ebenso gerne auch für Sprachaufnahmen, wie Blogbeiträge und Interviews genutzt. Mit dem beiliegendem Popschutz, welcher sich einfach auf die Mikrofone stülpen lässt, lassen sich so, sogar auch kleiner Windegeräusche minimieren.

Um es kurz zu machen, die Qualität des Gerätes, auch wenn es nur ein reines Plastikgehäuse hat, ist gut. Die glangliche Komponente der internen Mikrofone kann sich hören lassen. Die Ausstattung mit den zahlreichen Effekten, Einstellmöglichkeiten, den zwei XLR-1/4-inch Steckern, welche auch mit Phantomspannung betrieben werden können und dass beiliegende Zubehör machen es derzeitig in seiner Preisregion einfach unschlagbar.

Das Zoom H4 ist sein Geld definitiv wert.

Effekt Liste

4 TRACK MODUS

PREAMP module

Guitar Amp & Stomp Box models:
FD Clean, VX Clean, HW Clean, US Blues, BG Crunch, MS #1959, PV Drive, Rect Vnt, DZ Drive, TS+FD_Combo, SD+MS_Stack, FZ+MS_Stack, Acoustic Sim.

Bass Amp & Pre-Amp models:
SVT, Bassman, Hartke, SuperBass, Sansamp, Tube Pre

Mic Preamps:
Vocal Micpre, AG Micpre, Flat Micpre

EFX module

Compressor / Limiter:
Rack Compressor, Limiter

Modulation:
Auto Wah, Phaser, Tremolo, Ring Mod, Slow Attack, Chorus, Ensemble, Flanger, Step, Vibrato, Cry, Pitch Shift

Delay / Reverb:
Air, Delay, Tape Echo, Analog Delay, Reverse Delay, Hall, Room, Spring, Arena, Tiled Room, Modern Spring

STEREO MODUS

MIC MODEL module
SM57, MD421, U87, C414

COMP / LIMIT module
Compressor, Limiter

Technische Spezifikationen

Stereo Mode

[ Recorder ] * Simultaneous Recording / Playback Tracks: 2(stereo) * Locator: Hours / Minutes / Seconds / Milliseconds * File Editing: Rename, Delete, Size check * Other Function: A-B repeat [ Effect ] * Modules: 2 * Types: 6 [ Data Type ] * Recording Format: WAV(Quantization: 16 / 24bit, Sampling frequency: 44.1 / 48 / 96kHz), MP3(Bit rate: 48 / 56 / 64 / 80 / 96 / 112 / 128 / 160 / 192 / 224 / 256 / 320kbps / VBR, Sampling frequency: 44.1kHz) * Playback Format: WAV(Quantization: 16 / 24bit, Sampling frequency: 44.1 / 48 / 96kHz), MP3(Bit rate: 32 / 40 / 48 / 56 / 64 / 80 / 96 / 112 / 128 / 160 / 192 / 224 / 256 / 320kbps / VBR, Sampling frequency: 44.1 / 48kHz)

4-Track Mode

[ Recorder ] * Simultaneous Recording Tracks: 2 * Simultaneous Playback Tracks: 4 * Locator: Hours / Minutes / Seconds / Milliseconds * Projects: 1000 / card * File Editing: Rename, Delete, Size check, Copy, Import * Other Functions: A-B repeat, Punch-in / out, Bounce [ Effect ] * Modules: 2 * Types: 47 * Patches: 60 * Tuner: Chromatic, Guitar, Bass, Open A/D/E/G, DADGAD [ Data Type ] * Recording / Playback Format: WAV (Quantization: 16bit, Sampling frequency: 44.1kHz)

Common Specs

* Metronome: 5 sounds (Beat: 0/4 – 8/4, 6/8, Tempo: 40.0 – 250.0BPM) * A/D Conversion: 24bit, 128times oversampling * D/A Conversion: 24bit, 128times oversampling * Signal Processing: 32bit * Recording Media: SD memory card (16MB-2GB), SDHC memory card (4GB-8GB) * Display: 128 x 64 pixel, backlit LCD * Balanced / Unbalanced Input: 2 x XLR-1/4″ phone combo Jack * Input Impedance: balanced input = 1kΩ balanced / pin 2 hot, Unbalanced input = 480kΩ unbalanced * Input Level: balanced input = -20/-30/-40dBm, Unbalanced input = -10/-30/-40dBm * Phantom Power Supply: 48V, 24V, OFF * Built-in Stereo Mic: Unidirectional condenser microphone (Gain switch: +6/+20/+30dB) * Line Output: 1/8″ stereo phone jack (Output load impedance: 10kΩ or more, Rated output level: -10dBm) * Headphones Output: 1/8″ stereo phone jack (Output level: 50mW into 32Ω load) * USB Interface: Mini-B type (USB2.0 Full-speed compatible), Mass Storage Class operation / Audio Interface operation (16bit, 44.1kHz / 48kHz) * Power Requirements: AA size (LR6) battery x 2, or Supplied AC adaptor AD-0006 (DC9V/300mA/center minus type) * Battery Life (with alkaline batteries): 4 hours recording, 4.5 hours playback * Dimensions: 70(W) x 152.7(D) x 35(H)mm * Weight (without batteries): 190g * Supplied Accessories : AC adaptor (AD-0006), USB cable, SD memory card (128MB), Wind screen, Tripod adaptor, Cubase LE Install CD

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